Die Geschichte von Kirchensur

(Auszug aus dem Ameranger Gemeindebuch)

Kuratiekirche St. Barholomäus zu Kirchensur

In der Talsohle nahe dem kleinen Bachlauf der Murn steht auf einem Friedhofsplateau die Kuratiekirche St. Bartholomäus von Kirchensur. Es ist ein nach Osten gerichtetes spätgotischer Saalbau mit leicht eingezogenem Altarhaus.

Das Langhaus hat 3 Fensterachsen, das Altarhaus zwei und einen dreiseitigen Ostabschluß. Am Einzug des Altarhauses steht südlcih eine in der Barockzeit angebaute doppelgeschossige Sakristei, nördlich der spätgotische, im Grundriß quadratische Turm, der über vier Schildgieben von einer achteckigen, schindelgedeckten Helmspitze gekrönt wird. An der Südseite der Langhauswand ist eine barocke Ölbergnische mit Holzfiguren eingelassen. Der Eingang in die Kirche führt von Westen her durch ein kleines Vorhaus (Vorzeichen), linker hand ist eine Rotmarmorgrabplatte des Pfarrer Lienhart Kirchner eingelassen, im uneren Bereich ein Kelch mit Hostie und ein Evangelienbuch, im oberen Bereich verweist die spätgotische Schrift auf den Pfarrer, interessant dabei ist, daß vom Todesdatum nur die beiden ersten Ziffern 1 und 5 angegenben sind, während die beiden Schlußziffern noch nicht in den Stein gemießelt sind: der Pfarrer hat also die Grabtafel zu senen Lebzeiten bestellt, nach seinem Tode wurde das eigentliche Todesdatum jedoch nicht mehr vervollständigt.

Die Eingangstüre in der Kirche ist mit einem wohl aus der Spätgotik stammenden Eisenbeschlag versehen. Zwischen dem rautenförmigen Schmiedeeisen-Bandmuster sind stilisierte Bäume angebracht. Der kleine, gut proportionierte Innenraum ist durch den Chorbogen in das Langhaus und in den Altarraum unterteilt. Über Wandvorlagen bzw. im Altarraum über Pilastern mit Gebälkstücken ist die spätgotische Stichkappentonne gewölbt. Wohl zu Ende des 17. Jahrhunderts wurden die Rippen abgenommen und statt dessen eine einfache Rahmen-Stuckgliederung aufgetragen, die kleinen Engelsköpfchen und die Muscheln an den Stichkappen-Spitzen bestehenaus gegossenen Stuck.

Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1680; in seinem Konsolenbereich ist ein knorpelförmiges Ornament angebracht, durch welches er dem sogennannten "Knorpelwerkstil" zugehört. In der Mittelniesche steht die lebensgroße Figur des Kirchenpatrones St. Bartolomäus, links und rechts kleinere Standfiguren des h. Georg und hl. Vitus, aus der Entstehungszeit des Altares.




Siehe auch: Kirchensur in Wikipedia